Rote Geisterfahrer

Der Niedergang der politischen Linken hat einen Namen: Multikulti

In der Groko-Debatte bietet die SPD ein erbarmungswürdiges Bild. Doch der wahre Grund ihrer Existenzkrise wurzelt tiefer.
Die SPD steckt fest wie ein Mensch im Treibsand. Egal, wohin sie sich wendet, sie sackt nur immer noch tiefer ein. Selbst wenn sich die Partei gar nicht mehr rühren sollte, was nur theoretisch denkbar ist − es würde ihren weiteren Untergang nicht aufhalten. Treibsand verschlingt selbst tote Gegenstände ohne Erbarmen.
Nach der knappen Entscheidung für weitere Verhandlungen zur nächsten Groko bleibt die Sozialdemokratie obendrein gespalten. Parteichef Martin Schulz, vor einem Jahr noch wie ein Erlöser umjubelt, wirkte nach dem Bonner Parteitag ratloser und verbrauchter denn je. Seine Zeit läuft ab, da sind sich die Kommentatoren einig. Dass Fraktionschefin Andrea Nahles das Zeug hat, die SPD doch noch aus der Krise zu führen, darf bezweifelt werden.
Viele sehen in dem jungen, eloquenten Juso-Chef Kevin Kühnert den möglichen Retter, einen deutschen Sebastian Kurz von links. Zu jung? Kühnert ist in dem Alter, in dem der Österreicher Kurz Außenminister wurde.
Doch Kühnert und seine Anhänger sind selbst Teil des existenziellen Problems, welches das linke Lager in Deutschland in ein historisches Loch stürzt. Gerade die „kleinen Leute“, die sozial Schwachen und die untere Mittelschicht, sind es nämlich, welche die immer drückenderen Folgen der offenen Grenzen, der Asylflut zu spüren bekommen. Ob auf dem Arbeitsmarkt für Geringqualifizierte, bei der Suche nach günstigen Wohnungen oder als Opfer der schwindenden öffentlichen Sicherheit gerade in Stadtteilen der wenig Begüterten: Die Folgen der Massenzuwanderung massieren sich dort, wo die (einstige) Klientel linker Parteien lebt.
Doch die linke Elite krallt sich an ihre Ideologie des Multikulti, zeigt sich blind für die Sorgen der einfachen Menschen − verachtet sie gar offen als „Pack“ oder „Wutbürger“, wenn ihnen der Kragen platzt. Einzig die Grünen können sich dem Abwärtsstrudel entziehen. Ihre Anhänger sind die im Schnitt bestverdienenden aller Parteien. Sie teilen die Sorgen der weniger Glücklichen weder sozial noch räumlich.
Der Traum, die von Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht angedachte „Sammlungsbewegung“ könnte unter Einschluss des linken SPD-Flügels der politischen Linken wieder Schwung verleihen, kann daher nicht aufgehen. Es ist ja gerade Wagenknechts und Lafontaines Einsicht, dass Sozialstaaten ohne geschützte Nationen und Grenzen nicht überleben können, welche Kühnert und die Seinen so verbissen leugnen.
Ob für oder gegen Groko ist daher zweitrangig. Das Problem des roten Lagers insgesamt liegt viel tiefer: Abgesehen von ein paar Warnern wie Wagenknecht und Lafontaine befindet es sich auf einer ideologischen Geisterfahrt gegen die Interessen seiner eigentlichen Kernwählerschaft.

Hans Heckel

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